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Albumtipp aus dem Jazz
Shai Maestro zeigt mit „The Guesthouse“, wie moderner Jazz heute klingen kann
Jazz kann manchmal einschüchternd wirken. Zu verkopft, zu technisch, zu weit weg von dem, was man im Alltag hört. „The Guesthouse“ von Shai Maestro zeigt ziemlich eindrucksvoll, dass es auch anders geht.
Der Pianist veröffentlicht mit diesem Album eine Platte, die Jazz hörbar in die Gegenwart holt. Modern produziert, stilistisch offen und gleichzeitig voller musikalischer Tiefe. Genau diese Mischung macht „The Guesthouse“ so spannend.
Das Klavier bleibt zwar das Herzstück der Musik, doch rundherum passiert echt viel. Elektronische Elemente, Synthflächen und subtil eingesetztes Sounddesign erweitern den Klangraum des Albums. Und das alles passiert erstaunlich geschmackvoll. Nichts wirkt wie ein Effekt um des Effekts willen. Die Elektronik fügt sich organisch in den Sound ein und öffnet der Musik neue Räume.
Unglaublich abwechslungsreich
Richtig starke Instrumentalstücke, Songs mit tollen Sänger:innen, die der Platte eine ganz eigene Farbe geben. Gerade diese Momente gehören zu den schönsten auf „The Guesthouse“.
Das sorgt dafür, dass sich das Album nie festlegt. Stattdessen bewegt es sich ständig zwischen klassischem Jazz, moderner Produktion und beinahe poppigen Momenten.
Und genau darin liegt die Stärke dieser Platte.
„The Guesthouse“ ist kein Jazzalbum, das nur für Kenner funktioniert. Es ist ein Album, das man einfach gerne hört. Die Stücke sind vielschichtig, aber nie anstrengend. Man entdeckt bei jedem Durchlauf neue Details, ohne dass der Hörspaß verloren geht.
Ein modernes Jazzalbum im besten Sinne also: offen, kreativ und überraschend zugänglich.
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